Erster Spatenstich und Tiefbauarbeiten

Am 22. Juli 2010 setzten Vertreter der Kommunalpolitik, der N-ERGIE, der E.ON Bayern Wärme GmbH sowie der Liefergemeinschaft den ersten Spatenstich für die industrielle Bioerdgasanlage im Industrie- und Gewerbepark Gollhofen-Ippesheim. Herbert Dombrowsky, Vorsitzender des Vorstands der N-ERGIE: „Durch die Kooperation mit der Landwirtschaft wird die N-ERGIE die Wertschöpfung in der Region stärken. Mit der E.ON Bayern Wärme GmbH haben wir einen erfahrenen und zuverlässigen Partner für unser Projekt gefunden. Unser Konzept für die Bioerdgasanlage wurde in der Region gut aufgenommen."

"Mit unserem gemeinsamen Projekt setzen wir die 2006 von E.ON Bayern gestartete Biogasoffensive fort", unterstrich Werner Dehmel, Geschäftsführer der E.ON Bayern Wärme GmbH. "Mit der Einspeisung des hier gewonnenen Bioerdgases ins Erdgasnetz können wir das Gas auf die Reise schicken und somit standortunabhängig einsetzen." Dieses Engagement sei ein langfristiger Beitrag für einen vernünftigen Energiemix und eine Stärkung der Standortregion im ökologischen und wirtschaftlichen Sektor. Die Planungen für die Umsetzung wurden in den letzten Monaten bereits gemeinsam mit der E.ON Bayern Wärme GmbH vorangetrieben und die Vorbereitungen für den Anlagenbau getroffen.

Seit August 2010 sind die Tiefbauarbeiten für die Bioerdgasanlage in vollem Gang. Die derzeitigen Planungen gehen davon aus, dass die Bauzeit etwa ein Jahr beträgt. Der Betrieb der Anlage unter Volllast soll in 2011 erreicht werden.

Klimaschonende Bioerdgasnutzung zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung

Die Anlage mit einer Gasleistung von 6,7 Megawatt wird pro Jahr mit maximal 50.000 Tonnen Substratmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen gefüttert, z. B. Maissilage, Grassilage und Zwischenfrüchte. Jährlich werden rund 50 Millionen Kilowattstunden Bioerdgas produziert. Das Bioerdgas wird auf Erdgasqualität gereinigt und in das Erdgasnetz der N-ERGIE eingespeist. Die Einspeisung und Nutzung des Bioerdgases ist ein wesentlicher Baustein in der Realisierung.

Das Bioerdgas soll primär in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen eingesetzt werden. Dabei nutzt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) das Bioerdgas als Energieträger und setzt es in Strom und Wärme um. Das BHKW kommt dort zum Einsatz, wo die Wärme genutzt wird. Der erzeugte Strom wird in das Stromnetz eingespeist.

Regionale Landwirtschaft als Partner

Die nachwachsenden Rohstoffe werden von Landwirten aus dem näheren Umfeld der Anlage geliefert. Der Pflanzenanbau für die Substratlieferung erfolgt nach einem nachhaltigen und für die Landwirte vorteilhaften Anbau- und Fruchtfolgekonzept. Durch langfristige Lieferverträge entsteht für die Landwirte eine zusätzliche Einnahmequelle und weiteres Wertschöpfungspotential in der Region. Als Nebenprodukt fällt bei der Vergärung in der Biogasanlage hochwertiger Dünger an, der sogar die Anforderungen an Biolandwirte erfüllt. Dieser wird von den Vertragslandwirten auf den Anbauflächen ausgebracht, um den Rohstoffkreislauf zu schließen.